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Trump benennt den Ontariosee in bizarrer Anti-Kanada-Aktion in „Lake America“ um

a person holding a sign with a fist drawn on it

Lake America? Warum Trumps jüngste Executive Order mehr ist als nur ein neuer Name
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Wenn ein Präsident Dutzende Millionen Menschen anweist, ein gemeinsames internationales Gewässer fortan „Lake America“ zu nennen, klingt das zunächst nach Satire – oder nach einem Ablenkungsmanöver von ernsteren Problemen. Doch Donald Trumps Executive Order, die Lake Ontario in „Lake America“ umbenennt, ist weder harmlos noch belanglos. Sie ist ein Blick in seine Weltsicht: Nationalismus statt Kooperation, Branding statt Substanz und inszenierte Machtdemonstrationen statt echter Lösungen.

Das ist wichtig, weil Sprache Politik formt. Namen tragen Geschichte, Souveränität und Identität. Wenn ein US-Präsident im Alleingang versucht, einen gemeinsamen Namen mit indigenen Wurzeln und völkerrechtlichen Bezügen auszulöschen, spielt er nicht bloß mit Worten. Er greift die Idee gemeinsamer Verantwortung an, untergräbt Diplomatie und festigt eine Weltsicht, in der die USA dominieren, statt zusammenzuarbeiten.

Und er tut das mitten in einem geplatzten Handelsabkommen mit Kanada – in einer Phase eskalierender Spannungen mit einem der engsten Partner der USA, in der grenzüberschreitende Zusammenarbeit dringend nötig wäre: für das Klima, für die Demokratie und für grundlegende wirtschaftliche Stabilität.

Hintergrund: Was ist passiert – und warum jetzt?

Laut Mother Jones hat Präsident Trump am Donnerstag eine Executive Order mit dem Titel „Make the Great Lakes Even Greater“ erlassen. Die Anordnung weist Bundesbehörden an, den Namen „Lake America“ für den Lake Ontario in allen offiziellen Mitteilungen und Karten zu verwenden und ermutigt auch die Bevölkerung, es ebenso zu tun. Dies folgt auf das Scheitern von Handelsverhandlungen mit Kanada und eine neue Runde von Zöllen – zusätzlicher Zündstoff für einen wachsenden diplomatischen Konflikt.

Einige zentrale Fakten:

Lake Ontario ist ein gemeinsamer See der USA und Kanadas; auf US-Seite grenzt er an den Bundesstaat New York, auf kanadischer Seite an die Provinz Ontario.
– Der Name „Ontario“ ist indigenen Ursprungs, vermutlich aus den Huron- oder irokesischen Sprachen, meist übersetzt mit „großer See“ oder „schöner See“.
– Die Großen Seen werden durch jahrzehntelange bilaterale Abkommen geregelt – darunter der Boundary Waters Treaty (1909) und nachfolgende Umweltabkommen –, die eine gemeinsame Verwaltung von Wasserqualität, Schifffahrt, Fischerei und Ressourcennutzung sicherstellen sollen.
– Trumps Order ist symbolisch, aber nicht banal: Die USA können zwar die innerstaatliche Bezeichnung und ihre eigenen Karten ändern, aber nicht im Alleingang internationale Namenskonventionen oder die kanadische Nutzung. Dennoch sendet der Schritt ein Signal der Missachtung gemeinsamer Governance und indigener Benennungen.

Diese Inszenierung fällt in eine Zeit, in der:

– Ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada geplatzt ist – Berichten zufolge wegen Zöllen auf Stahl, Aluminium und Agrarprodukte sowie Streitigkeiten über digitalen Handel und Umweltstandards.
– Die wirtschaftlichen Spannungen zunehmen, da beide Länder Vergeltungszölle verhängen, die Arbeiter*innen, Landwirt*innen und Verbraucher*innen auf beiden Seiten der Grenze treffen.
– Ein größeres Muster sichtbar wird, in dem Trump symbolische nationalistische Gesten – Umbenennungen, Flaggeninszenierungen und rhetorische Angriffe – nutzt, um seine Basis zu mobilisieren und von politischen Fehlleistungen abzulenken.

Progressive Analyse: Nationalistisches Branding statt echter Lösungen

Aus progressiver Sicht ist diese Executive Order ein Musterbeispiel für Trumps Politik: oberflächlich, spaltend und verankert in einem Mythos amerikanischer Überlegenheit, der Geschichte, Gemeinschaft und gemeinsame Verantwortung ignoriert.

1. Ein künstlich erzeugter Kulturkampf

Die Umbenennung von Lake Ontario in „Lake America“ hat nichts mit einer Verbesserung der Großen Seen zu tun. Es geht darum, einen neuen Kulturkampf-Hotspot zu schaffen.

Trumps Schritt:

Stellt Kanada als Gegner dar, nicht als Partner, und ermutigt die US-Öffentlichkeit, internationale Zusammenarbeit als Schwäche zu sehen.
Bedient ein Besitzdenken, als könne sich die USA ein gemeinsames Gewässer einfach durch Rebranding aneignen.
Mobilisiert seine Basis mit dem Bild, er „stehe für Amerika ein“, obwohl die Order nichts zur Lösung realer Probleme beiträgt – etwa verschmutztes Wasser, Klimafolgen oder wirtschaftliche Ungleichheit.

Statt giftige Algenblüten, marode Wasserinfrastruktur oder klimabedingte Bedrohungen der Ökosysteme der Großen Seen anzugehen, liefert Trump eine Namensänderung und einen Slogan: „Make the Great Lakes Even Greater“. Wo eigentlich Regieren gefragt wäre, gibt es Marketing.

2. Auslöschung indigener Geschichte und Gegenwart

Der Name „Ontario“ ist Teil einer langen indigenen Geschichte in der Region der Großen Seen. Den See in „Lake America“ umzubenennen, ist nicht nur ein nationalistischer Akt – es ist ein Akt der Auslöschung.

Progressive Stimmen betonen seit Langem, dass:

Sprache Macht widerspiegelt: wessen Namen anerkannt werden, wessen Geschichten erzählt werden, wessen Ansprüche auf Land und Wasser respektiert werden.
– Die Region der Großen Seen Heimat zahlreicher indigener Nationen ist, deren Verträge und Rechte systematisch verletzt wurden.
– Umbenennungen ohne Respekt vor indigenen Namen und Geschichte koloniale Muster von Enteignung und kultureller Auslöschung vertiefen.

Trumps Order ignoriert all das. Sie ersetzt einen indigeneingebetteten Namen durch eine generische nationalistische Marke und festigt die Vorstellung, amerikanische Identität sei weiß, siedlerkolonial und dominant – und indigene Präsenz könne per Präsidentenerlass überschrieben werden.

3. Unterminierung internationaler Zusammenarbeit

Die Großen Seen sind ein Paradebeispiel dafür, warum internationale Kooperation unverzichtbar ist. Sie:

– liefern Trinkwasser für Dutzende Millionen Menschen,
– tragen maßgeblich zur Wirtschaft bei – durch Schifffahrt, Fischerei, Tourismus und Industrie,
– erfordern gemeinsames Management, um Verschmutzung, invasive Arten, Wasserstände und Klimafolgen zu bewältigen.

Die USA und Kanada haben über Jahrzehnte ein Rahmenwerk für gemeinsame Governance dieser Gewässer aufgebaut. Trumps einseitige Umbenennung ist ein symbolischer Bruch mit diesem Geist der Kooperation.

Aus progressiver Perspektive ist das bedeutsam, weil:

Klimawandel und Umweltgerechtigkeit per se transnational sind. Wasserverschmutzung oder klimabedingte Überschwemmungen lassen sich nicht innerhalb nationaler Grenzen lösen.
– Starke bilaterale und multilaterale Institutionen entscheidend sind, um gemeinsame Ressourcen zu schützen.
– Trumps Schritt signalisiert, dass ihm kurzfristige politische Inszenierungen wichtiger sind als langfristige Zusammenarbeit – und damit das Vertrauen untergräbt, das für ernsthafte Umweltpolitik nötig ist.

Warum das für soziale Gerechtigkeit und progressive Werte zählt

Auf den ersten Blick mag die Umbenennung eines Sees klein erscheinen im Vergleich zu Angriffen auf Wahlrechte, reproduktive Selbstbestimmung oder Arbeitnehmer*innenschutz. Doch sie folgt derselben Logik: Macht ohne Rechenschaft, Nationalismus ohne Gerechtigkeit und Spektakel statt Substanz.

1. Umweltgerechtigkeit und Wasserrechte

Die Großen Seen sind zentral für Umweltgerechtigkeit. Gemeinden rund um Lake Ontario – insbesondere einkommensarme Viertel und indigene Communities – sind überproportional betroffen von:

Industrieller Verschmutzung
Veralteter Wasserinfrastruktur
Klimabedingten Überschwemmungen und Extremwetter

Progressive Werte verlangen:

Gerechten Zugang zu sauberem Wasser
Gemeinschaftsorientierte Entscheidungsprozesse
Verantwortlichkeit von Konzernen, die verschmutzen

Trumps Order hilft diesen Communities in keiner Weise. Stattdessen nutzt sie die Seen als Kulisse für nationalistisches Branding, während seine Gesamtpolitik Umweltauflagen schwächt, Verschmutzer stärkt und die Bedürfnisse marginalisierter Gemeinschaften ignoriert.

2. Anti-Kolonialismus und indigene Rechte

Die Umbenennung von Lake Ontario in „Lake America“ fügt sich in eine lange Geschichte kolonialer Umbenennungen ein: indigene Namen, Sprachen und Beziehungen zu Land und Wasser werden ausgelöscht.

Progressive Bewegungen kämpfen für:

Anerkennung indigener Souveränität und Vertragsrechte
Wiederherstellung indigener Ortsnamen
Einbindung indigener Führung in Umwelt-Governance

Trumps Order geht in die entgegengesetzte Richtung. Sie beansprucht im Alleingang einen amerikanischen Anspruch auf einen gemeinsamen, historisch indigennamigen See und festigt ein Narrativ, in dem indigene Präsenz unsichtbar ist und koloniale Benennungen als selbstverständlich gelten.

3. Demokratie, Diplomatie und globale Solidarität

Am Ende geht es um die Frage, in welcher Welt wir leben wollen: in einer, in der Staaten zusammenarbeiten, um gemeinsame Probleme zu lösen, oder in einer, in der Führungspersonen symbolische Macht nutzen, um Spaltung zu schüren.

Progressive sind überzeugt, dass:

Demokratie stärker ist, wenn sie mit globaler Solidarität verbunden ist, nicht mit Abschottung.
Diplomatie zählt – besonders mit Nachbarn wie Kanada, mit denen Ökosysteme, Volkswirtschaften und Werte geteilt werden.
Nationalstolz keine Dominanz braucht, sondern auf Fairness, Bescheidenheit und Kooperation beruhen kann.

Trumps „Lake America“-Order steht für eine andere Vision: einen Nullsummen-Nationalismus, in dem sich amerikanische Größe daran misst, ob man umbenennen, umetikettieren und Dominanz neu behaupten kann – selbst über einen See.

Was Menschen tun können – und wie man informiert bleibt

Eine Executive Order lässt sich nicht dadurch stoppen, dass man sich weigert, „Lake America“ zu sagen. Aber man kann die Debatte verschieben und Macht für eine andere Art von Politik aufbauen.

Hier einige praktische Schritte:

1. Den ursprünglichen Namen verwenden und verteidigen

– Sagen Sie weiterhin „Lake Ontario“ – und erklären Sie, warum der Name wichtig ist.
– Teilen Sie die indigenen Ursprünge des Namens und die Geschichte der Region.
– Widersprechen Sie, wenn Medien oder Offizielle „Lake America“ unkritisch übernehmen; Sprachwahl ist politisch.

2. Indigene und Umweltorganisationen unterstützen

Suchen Sie nach und unterstützen Sie Gruppen, die zu den Großen Seen und zu indigenen Rechten arbeiten, etwa:

– Indigene Nationen und Räte rund um die Großen Seen
– Umweltgerechtigkeitsorganisationen mit Fokus auf Wasserrechte und Verschmutzung
– Grenzüberschreitende Bündnisse, die gemeinsame Ökosysteme verteidigen

Spenden, ehrenamtliches Engagement und das Verstärken ihrer Arbeit helfen, die nötige Kraft aufzubauen, um symbolische wie substanzielle Angriffe abzuwehren.

3. Bei den Beziehungen USA–Kanada dranbleiben

Handelskonflikte und diplomatische Spannungen mögen abstrakt wirken, haben aber reale Folgen für Beschäftigte, Gemeinden und Ökosysteme.

– Folgen Sie vertrauenswürdigen progressiven Medien, die über US–Kanada-Beziehungen, Handelspolitik und Umweltabkommen berichten.
– Achten Sie darauf, wie Handel und Diplomatie gerahmt werden: Geht es um Konzernprofite oder um Arbeiter*innen, Communities und den Planeten?

4. Lokal zu Wasser und Klima aktiv werden

Auch wenn Sie nicht in der Nähe von Lake Ontario leben, leben Sie in der Nähe von Wasser – und der Klimawandel verändert jede Region.

– Schließen Sie sich lokalen Kampagnen für sauberes Wasser, Klimaanpassung und Umweltgerechtigkeit an oder initiieren Sie selbst welche.
– Verknüpfen Sie lokale Kämpfe (für sauberes Trinkwasser, gegen Verschmutzer) mit nationalen Geschichten wie dieser. Es sind Teile desselben Konflikts darum, wer Ressourcen kontrolliert und wessen Leben etwas zählt.

Trumps Versuch, Lake Ontario in „Lake America“ umzubenennen, ist mehr als eine skurrile Schlagzeile. Er erinnert daran, dass der Kampf um Sprache ein Kampf um Macht, Geschichte und die Zukunft gemeinsamer Ressourcen ist. Progressive haben eine andere Vision: Seen sind keine Branding-Flächen, sondern lebendige Ökosysteme; Namen sollen Geschichte und Gemeinschaft ehren; und Grenzen sollen Orte der Kooperation sein, nicht des Konflikts.

Den vollständigen Bericht von Mother Jones finden Sie hier:
https://www.motherjones.com/politics/2026/08/trump-lake-america-ontario-executive-order-canada-tariffs/

Foto von Chris Sansbury auf Unsplash


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